Künstlerische Fotografie

Dieses Thema dient einer Grundsatzdiskussion, anhand derer Clubmitglieder – gerade solche, die das kleine Einmal-eins der Fotografie beherrschen – Anhaltspunkte für ihre fotografische Weiterentwicklung bekommen.

Das Thema wird im September 2020 im Club diskutiert und anhand eigener Bildbeispiele ausgelotet; … Einzelheiten und Bildergalerie dazu

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Eine Zusammenfassung für den eiligen Leser

(Für Details klicke auf die folgenden Überschriften)

Künstlerische Fotografie braucht etwas Besonderes

Meiner Meinung nach wird eine Fotografie ein Kunstwerk, wenn aus der Auseinandersetzung mit inhaltlichen und formalen Anliegen etwas Besonderes entsteht.

Ein künstlerisches Foto ist nicht so sehr eine sachgerechte Aufnahme, sondern stellt etwas Besonderes aus inhaltlicher, emotionaler, gestalterischer und/oder technisch-handwerklicher Sicht dar. Etwas ist besonders, wenn Bekanntes (zum Beispiel Mehrfachbelichtung) außergewöhnlich gut erbracht oder gar Neues geleistet wird.

Deine persönliche Sichtweise steckt den Rahmen ab

Unsere Meinung: Künstlerische Fotografie legt den Schwerpunkt auf die kreative Nutzung des Mediums Fotografie mit der Absicht, ein konkretes Thema oder die Interpretation eines Momentes so künstlerisch wertvoll als nur möglich visuell darzustellen. Hilfreich kann dabei eine Methode wie IRIS sein.

Nicht die objektive, dokumentarische Abbildung einer vermeintlichen Realität wird in erster Linie mit der künstlerischen Fotografie angestrebt. Stattdessen geht es um die offene und kreative persönliche Sichtweise und deren Umsetzung.

Kunst kommt von Können

Es mag zwar altmodisch klingen, aber nur wer die erforderlichen Anforderungen mit dem Medium Fotografie gut bis sehr gut erfüllen kann, kann seine Anliegen auch wunschgemäß umsetzen. Dazu muss man Fotografie im ausreichenden Maße beherrschen.

Es gibt keinen allgemein gültigen Maßstab, der einem sagt, wie gut eine Ideenumsetzung in eine künstlerische Fotografie gelungen ist. Der Betrachter entscheidet, was Anforderungen bzw. Erwartungen erfüllt,  - letztendlich was als Kunst (an)erkannt wird.

Realisiere Dein Anliegen zielgerichtet auf Basis eines Konzeptes

Künstlerische Fotografen setzen ihre fotografischen Anliegen/Ideen (inhaltlicher und formaler Art) mit Engagement offen und kreativ auf Basis eines Konzeptes um. Inhaltliche Anliegen entsprechen dem IRIS-Bereich "Aussage/Idee" und formale Anliegen den IRIS-Bereichen "Gestaltung" und "Technik".

Ein Konzept beinhaltet die relevanten, zielgerichteten  Gedanken über beabsichtigte Ergebnisse, Vorgehensweisen und Fotoqualität der zu schaffenden Werke. Wer also Aufwand für ein Konzept spendiert, bringt damit zum Ausdruck, dass ein Anliegen in einem ambitionierten und zielorientierten Arbeitsprozess umgesetzt werden soll.

Ergänze Deine Konzeptionsarbeit mit Flexibilität

Konzeptionelles Arbeiten führt systematisch von einer Idee (Konzept) zur Gestaltung des fotografischen Werkes. Andererseits kann das flexible spontane Anfertigen einer einzelnen Fotografie den Impuls zu einer ausbaufähigen Idee (Konzept) geben.

Folglich ist Konzeptarbeit gepaart mit Flexibilität zu empfehlen, um aus einer Fotografie was Besonderes zu machen.

Wer anderen sein Foto zeigt, sollte den Betrachter ernst nehmen

Egal, ob man die Realität möglichst treffend abbilden will oder künstlerische Ansprüche erhebt - eine Fotografie ist gelungen, wenn es die gestellten Anforderungen bestmöglich erfüllt. Aber wessen Anforderungen ?

Am Anfang stehen die eigenen Anforderungen 
Im einfachsten Fall ist man als Fotograf*in alleine der Betrachter, weil das Foto keinem anderen gezeigt wird. Ein künstlerisch aktive(r) Fotograf*in will mit all seinen Anforderungen / Erwartungen ein besonderes Bild anfertigen und präsentieren.

Die Meinung anderer akzeptieren
Wird ein Foto jedoch anderen gezeigt, dann kommen zu den eigenen Anforderungen auch die Anforderungen / Erwartungen der Betrachter hinzu.

Wer bei anderen mit seinen Fotos die gewünschte Resonanz erzielen will, muss das beachten und ggf. auf Rückmeldungen reagieren. Ob ein Foto als künstlerisches Foto (an)erkannt wird, hängt auch vom Betrachter ab.

Anforderungen des Betrachters sind nicht zwingend fest vorgegeben, sie können sich ändern.

Lasse keine unnötigen Hindernisse für Deine persönliche Kreativität zu

Jede(r) hat die Freiheit, seine/ihre Fotografie im Rahmen der eigenen Kreativität sowie der Befindlichkeiten der anvisierten Zielgruppe(n), sprich Bildbetrachter, zu betreiben.

Im Sinne unserer Methodik IRIS bedeutet dies, im Rahmen des gewählten Konzeptes

  • inhaltliche Aussagen nach eigenem Empfinden zu setzen,
  • emotionale Bildwirkungen bewusst auszulösen,
  • die Bildgestaltung zu wählen, welche die Bildwirkung bestmöglich unterstützt, und
  • das passende technische Handwerkszeug einzusetzen.

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